PROJEKTE SEIT 2013


ÜBER ALLES HINAUS

Fotos: Benni Bock

„Ich bin der letzte Mensch. Ich werde es bleiben bis zum Ende! Ich kapituliere nicht!" (Die Nashörner)

"Über alles hinaus“ basiert  auf Ionescos Theaterstück "Die Nashörner" von 1957. Das Stück, eine Parabel auf die Entstehung extremistischer Bewegungen, ist heute aktueller denn je. Schleichend verwandeln sich nach und nach alle BürgerInnen einer Kleinstadt in Nashörner. Die zentrale Frage ist, ob es dem Einzelnen möglich ist, Widerstand zu leisten. 

In diesem Theaterprojekt versucht das Ensemble zu verstehen, wie und warum Menschen in den Bann extremistischer Organisationen geraten und wie diesen begegnet werden kann.

Realität und Fiktion changieren in dem Stück. Eigene Erfahrungen, Interviews mit AussteigerInnen und Medienberichte werden mit der Parabel von Ionesco verbunden. 

 

Regie: Anna Friederike Schöder/Anne Wieckhorst 

Regieassistenz: Felix Kossmann

Kostüm/Bühnenbild: Anna Myga Kasten

Musikalische Leitung: Anika Bornheimer 

Musik: Ahmad Marken und Abed Harsony

 

Aufführungen im  Juni 2015 im Monsun Theater Hamburg


Macht

Fotos: Benni Bock

 

"Ich bin das fallende Blatt, das sich vom Wind tragen lässt. Eines Tages muss ich wohl oder übel zum Stein werden. Zu dem einen Stein, der euren vermeintlich perfekten Boden aufreißt und eure kleine Welt zum Beben bringen wird." (Felix, ein Darsteller)

 

In der dritten Produktion von FLAGRANT gehen die DarstellerInnen unterschiedlicher Nationalitäten, politischen, kulturellen und familiären Machtstrukturen auf den Grund, hinterfragen und dekonstruieren diese.

 

Das Stück spielt in einer fiktiven Föderation. 10 Menschen aus 10 Bezirken der Föderation werden aufgefordert, ihren Gehorsam unter Beweis zu stellen. Der föderationsautoritäre Nachrichtendienst (FAN) lenkt und koordiniert diesen Wettstreit. Nur einer kann gewinnen, den Verlierern droht die Verbannung. Er sucht den „Treusten Untertan“. Nach und nach zeigt sich, dass jeder der Wettstreitenden etwas zu verbergen hat, das einen Sieg unmöglich machen würde.
Wie weit traut sich der Einzelne, Machtstrukturen zu widersprechen und Gefahr zu laufen, aus der Gesellschaft ausgeschlossen zu werden? Das ist eine Frage an die fiktiven Figuren des Stücks, aber ebenso an die DarstellerInnen.

 
MACHT nimmt die Zuschauer mit auf eine Achterbahnfahrt durch ‚unerhörte’ Lebenswirklichkeiten.
 

Regie: Anna Friederike Schröder/ Anne Wieckhorst
Bühne: Sonja Zander
Beratung Kostüm: Susann Günther
Musikalische Leitung: Steffen Lohrey

 

Aufführungen:  März und Juni 2015 im Hamburger Sprechwerk; Oktober/ November im Rahmen des Hamburger Eigenarten- Festivals


Scheherazade 2.0

„Wie lange muss ich noch aushalten. Ich bin so müde! Warum darf ich nicht auf mein Herz hören? Warum muss ich all das machen, was mein Mann mir sagt? Warum bin ich nicht als Mann auf die Welt gekommen? Dann würde ich euch zeigen, was es bedeutet ein Mann zu sein. Ich würde beweisen, dass man durch Liebe, Glaube und Hoffnung stark sein kann und nicht durch Gewalt und Kriege.“ (eine Teilnehmerin)

 

Sheherazade 2.0 beschäftigt sich damit wie es ist, in einem westlichen Land zu leben, aber mit traditionellen Rollenvorstellungen aufgewachsen zu sein. Das Märchen der Scheherazade aus 1001 Nacht  dient als Ausgangpunkt für diese Auseinandersetzung. Scheherazade entgeht ihrer Hinrichtung durch Mut und Klugheit, nimmt dafür aber das Eheleben mit dem herrischen König in Kauf. Doch wie geht es heute weiter für die Frau, die mehr will, die sich danach sehnt ein eigenes selbstbestimmtes Leben zu führen? Wie geht es weiter für den Mann, der sich zunehmend von traditionellen Rollenvorstellungen verabschieden muss? Gefangen sind sie beide zwischen Tradition und Moderne, zwischen Bekanntem und Unbekanntem und nicht zuletzt zwischen (über)sexualisiertem und tabuisierendem Gebaren - begleitet von der Angst bestimmte Gedanken weiter zu denken, weil diese sie von den Menschen, die sie lieben und ihrer Kultur entfremden könnten. 

 

Regie: Anna Friederike Schröder/ Anne Wieckhorst
Bühne: Verena Zu Knyphausen
Musikalische Leitung: Steffen Lohrey

Aufführungen:  Mai 2014 im Hamburger Sprechwerk


Station Warteraum - ein Theaterprojekt mit jungen Menschen im deutschen Exil

....warten auf die 301, warten auf die Aufenthaltsgenehmigung, warten auf Asyl, warten auf....die Zukunft. Wie lange dauert das denn noch?

"Ich hab' so viel gelernt, aber ich darf hier nichts machen. Nichtstun macht krank. Ich muss fünf Stunden mit der Polizei reden, obwohl ich nicht mal 'Hallo' sagen kann und einen Übersetzer gibt es nicht."

Allein und doch zusammen sitzen sie in einem Warteraum - warten und streiten, hoffen und bangen. Ein junger Mann hat seine Aufenthaltsbescheinigung verloren; eine junge Frau droht auszurasten, weil sie schon seit Tagen hier sitzt;  ein anderer ist in seinem Heimatland ein bekannter Rapper und muss sich hier eine neue Existenz aufbauen.....

"Station Warteraum" ist ein Theaterprojekt mit jungen Menschen, die aus ihrer Heimat flüchten mussten und seit kurzem in Deutschland leben. Wie sie sich in dem "Warteraum" Hamburg einrichten und mit der Situation des Wartens umgehen, ist zentrales Thema. In dem zusammen mit den Spieler/Innen entwickelten Theaterstück werden Zustandsbeschreibungen, Erlebnisse, Sehnsüchte, Erinnerungen, Hoffnungen und Träume assoziativ miteinander verwoben und von songs, beats und soundcollagen unterstützt. "Station Warteraum" ist eine Achterbahnfahrt durch die Erlebniswelten der jungen Protagonisten. 

 

"Station Warteraum" wurde beim Eigenarten Festival und in der Werkstatt3  im Rahmen der Themenreihe: "Bewegte  Welt  - Mobilität von  Menschen,  Waren und Ideen" aufgeführt.

 

Regie: Anna Friederike Schröder/ Anne Wieckhorst
Bühne: Sonja Zander
Musik: Dzoni sichelschmidt

 

Aufführungen 2013 im MUT Theater